Benutzerfreundliche Medien als Brücken zwischen den Generationen

März 16th, 2012 Posted by User Experience No Comment yet

Ein Blick in die Zukunft lässt uns alt aussehen

Deutschland ist das Altenheim der EU. Die Lebenserwartung älterer Menschen zwischen Nordseeküste und Alpen steigt immer weiter und längst hat Deutschland den zweitgrößten Bevölkerungsanteil an Rentnern weltweit. Weil die Zahl der Neugeborenen in der Bundesrepublik konstant niedrig ist, verschiebt sich die Altersstruktur dramatisch. Eine Frau bringt hier im Durchschnitt nur 1,36 Kinder zur Welt und damit verliert das Land jedes Jahr 189’400 Menschen. Bis 2030 wird laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung bereits die Hälfte aller Einwohner älter als 49 Jahre sein.

Demographischer Wandel fordert ganzheitliche Lösungen

Demographie1

Unsere Gesellschaft wird immer älter. Daher sind ein sinnvoller Umgang mit dem demographischen Wandel und die Integration aller Generationen als Fundament für den sozialen Zusammenhalt unserer demokratischen Gesellschaft längst unverzichtbar geworden. Jetzt liegt es an Wirtschaft und Politik bezahlbare Lösungen zu entwickeln und umzusetzen, die es älteren Menschen möglichst lange erlauben, ein unabhängiges und eigenverantwortliches Leben zu führen. Aktuell finden im Rahmen des Ambient Assisted Living Joint Programme (AAL JP) in ganz Europa umfangreiche Aktivitäten statt, um die Lebensqualität einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft durch die Entwicklung neuer Technologien, Dienste und Dienstleistungen nachhaltig zu sichern. In Deutschland fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Titel „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben (AAL)“ seit 2008 entsprechende Forschungsprojekte mit rund 45 Millionen Euro.

Höhere Lebensqualität durch soziale Eingebundenheit: Das Projekt FoSIBLE

 

Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts „FoSIBLE“ (Fostering Social Interaction for the Well-Being of the Elderly) erforscht die Universität Siegen neue Medien, die zur Selbstständigkeit und sozialen Eingebundenheit älterer Menschen beitragen. Das deutsch-französisch-österreichische Kooperationsprojekt beabsichtigt dabei, wettbewerbsfähige, einfach zu bedienende Produkte mit ansprechendem Design für die rasch wachsende Zielgruppe zu gestalten. Denn gerade die Potenziale sozialer Medien aus dem komplexen Web 2.0-Umfeld bleiben der älteren Generation oftmals vorenthalten. Das Projektziel von „FoSIBLE“ richtet sich deshalb auf die Förderung sozialer Interaktionen von älteren Menschen mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Diese können die Teilhabe an der Gesellschaft erleichtern und Senioren vor der sozialen Isolation bewahren. Die Wissenschaftler am Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Universität Siegen arbeiten dazu direkt mit Senioren zusammen, um die entwickelten Technologien in der Praxis zu testen und Erfahrungen auszutauschen. Neben einer Verbindung von Medienanwendungen und Geräten aus dem Bereich von Fernsehen und interaktiven Spielen, werden hierbei auch neuartige Ansätze aus dem Gebiet der Heimsensorik (SmartHome), Gestenerkennung und intelligenter Möbel (SmartFurniture) erforscht und integriert.

Instinktive Navigation ist unbezahlbar: Senioren und neue Medien

Computer und Internet haben längst ihren Einzug in unseren Alltag genommen und sind aus etlichen Bereichen unseres Lebens nicht mehr wegzudenken. Doch gerade Menschen reiferen Alters kann diese Entwicklung leicht ins Abseits bringen, da sie nie gelernt haben, mit einem Computer umzugehen. Um Berührungsängsten entgegenzuwirken, müssen die eigenen sozialen Bedürfnisse älterer Menschen sowie ihre individuellen Lebensweisen und Erfahrungen im Medienumgang bei der Gestaltung von modernen Technologien respektiert werden. Gerade die konkrete Gestaltung der Benutzerschnittstellen stellt dabei einen großen Forschungsbedarf, aber auch Marktpotenziale im Kontext der Zielgruppe dar. Denn reduzierte Komplexität und schnelle Erfolgserlebnisse benutzerfreundlicher Medien nehmen auch Computer-Laien die Angst vor der unbekannten Technik.

Seniorin mit Laptop

Aus Usability-Sicht stellen wir uns deshalb folgende Fragen:

  • Wie nutzen ältere Menschen die neuen Technologien und Medien?
  • Welche Motivationsfaktoren und Nutzungsbarrieren existieren hinsichtlich neuer Technologien bei älteren Menschen?
  • Welche Anforderungen haben ältere Menschen an die Mensch-Maschine-Schnittstelle?
  • Welche Gestaltungsoptionen und Anforderungen ergeben sich für die Entwicklung zukünftiger Interaktionskonzepte für die Zielgruppe?
  • Welche Erfahrungen haben Sie im Bereich “Usability für ältere Menschen“ gemacht? Haben Sie sich schon einmal über Software geärgert, die nicht benutzerfreundlich ist?

Wenn auch Sie in Ihrem Alltag bereits auf Medien gestoßen sind, bei denen eine instinktive Navigation für den Nutzer nicht gewährleistet war – Schreiben sie es hier oder wenden Sie sich direkt an unseren Experten und wir unterziehen diese Software einem Test!

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