Qualitative Analysen notwendig – aber Vorsicht!

Mai 23rd, 2013 Posted by User Experience No Comment yet

WerWieWo„Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm!“ Die Sesamstraße bringt es treffend auf den Punkt, ohne Fragen und Hintergründe zu erf5ahren bleiben wir im Ungewissen und bewegen uns eventuell in eine falsche Richtung. Qualitative Analysen helfen dabei menschliches Handeln und vor allem Beweggründe zu verstehen und Schlüsse daraus zu ziehen.

Aber warum Vorsicht? 

Wo Vorteile sind gibt es natürlich auch Nachteile, die oft in den Hintergrund treten, aber dennoch beachtet werden müssen. Jeder Einsatz von Qualitativen Methoden wie Interviews, Beobachtungen oder auch Usability Reviews bringt Probleme mit sich, die die Ergebnisse verfälschen können. Namentlich reden wir hier von Validitätsproblemen, der Abhängigkeit von der Stichprobe und vor allem dem Interviewer-Effekt.

Gerade dieser Rashomon-Effekt (benannt nach dem Film Rashomon) tritt häufig auf und ist sehr schwer zu vermeiden. Viele Experten haben sich in den letzten Jahren mit diesem Thema beschäftigt. Dazu gehörte unter anderem Rolf Molich mit CUE-9. Eine Verzerrung der Ergebnisse durch die Einstellungen, Motivationen oder auch Vorurteile des Experten werden oft nur auf Interviews bezogen, kommen aber genauso in Reviews und schriftlichen Befragungen vor.

Die Realität hat gezeigt, daß folgende Maßnahmen diesem Effekt entgegenwirken können:

 

  • Ziehen Sie zu jeder Analyse einen weiteren Evaluator hinzu, mit dem Sie Ihre Ergebnisse abstimmen können.
  • Räumen Sie nach den Methoden Zeit für eine Diskussion ein, um die Ergebnisse nochmal abgleichen zu können.
  • Vergessen Sie auf keinen Fall Ihre Ergebnisse zu dokumentieren, um eine Grundlage für spätere Diskussionen zu schaffen.

 

Klar darf man auch nie vergessen, dass nicht alles erfasst werden kann und auch Experten nur Menschen sind. Dennoch lässt sich abschließend sagen, in manchen Situationen sich zu hinterfragen und ab und an mal einen Schritt zurück zu gehen und zu reflektieren, hat aus unserer Sicht immer einen positiven Effekt hervorgerufen.

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